Impressionen


Hier teilen wir Geschichten, Projekte und Menschen,
die eine hoffnungsvolle Zukunft möglich machen.

Reisebericht März 2026 von 2 Schweizer Besuchern vor Ort:

Im August 2025 (natürlich erst nach dem legendären Fröschefest) haben wir, Sandra
Flück und Marc Röthlisberger, unsere grosse Reise gestartet.
In den letzten Monaten haben wir das pulsierende Leben in Buenos Aires
aufgesogen, in Uruguay einen Roadtrip mit Sandras Eltern gemacht und standen in
Peru frühmorgens vor dem Machu Picchu. In Kolumbien haben uns die fröhlichen,
offenen und temperamentvollen Menschen immer wieder beeindruckt. Der Segeltörn
zu den San Blas Inseln im karibischen, türkisblauen Meer bleibt unvergesslich.
Ebenso die Schifffahrt auf dem Panamakanal mit der Durchfahrt durch die
Schleusen, direkt neben riesigen Fracht- und Containerschiffen. Und in Guatemala
durften wir den Sonnenaufgang bei den eindrücklichen Maya-Tempeln bestaunen.
Der Besuch der Schule in El Carmen de Bolívar in Kolumbien war für uns beide wohl
das emotionalste Highlight unserer bisherigen Reise.
Durch die Familie von Conny Grolimund haben wir von einem ganz besonderen
Projekt in Kolumbien erfahren. Pfarrer Toni Schmid (†) – der Onkel von Benno,
Connys Schwager – ist 1978 nach Kolumbien ausgewandert und war dort während
13 Jahren (mit einem Unterbruch) als Missionar tätig. Er hat eine Pfarrei mit über 30
Dörfern betreut und gemeinsam mit den beiden Innerschweizerinnen, Emma Arnold
und Rosita Würms, eine Schule aufgebaut. Neben seiner seelsorgerischen Arbeit
organisierte er Schulmaterial, schuf Bildungsangebote und setzte sich konsequent
für benachteiligte Menschen ein. Besonders engagierte er sich für Kleinbauern, die
ihr Land verloren hatten, und unterstützte sie erfolgreich bei der Rückforderung ihres
Eigentums. In Zeiten gewaltsamer Konflikte half er Geflüchteten beim Aufbau eines
Dorfes mit hunderten einfachen Unterkünften und ermöglichte über 1000 Kindern
den Schulbesuch.
2005 wurde die Emma Arnold-Stiftung Hoffnungsbaum gegründet, um das
Lebenswerk in El Carmen de Bolívar weiterzuführen und zu unterstützen. Für uns
war klar, wenn unsere Reise uns in diese Region führt, dann möchten wir diese
Schule besuchen!
Über Stephan Egloff, dem Präsidenten des Stiftungsrates, erhielten wir den Kontakt
zu Leonel Victoria der Hauptverantwortliche für das Projekt vor Ort und zudem unser
Englisch sprechender Ansprechpartner. Zwei Tage lang begleitete er uns, erklärte
Zusammenhänge, zeigte uns jede Ecke des Projektes und beantwortete geduldig
unsere vielen Fragen.
Der Schultag beginnt hier wegen der grossen Hitze bereits um 06:30 Uhr. Die Kinder
stellen sich klassenweise auf dem Hauptplatz auf, erhalten vor dem gemeinsamen
Gebet wichtige Informationen und marschieren danach in Einerkolonne in ihre
Schulzimmer. Etwa 650 Kinder besuchen aktuell diese Schule. Viele von ihnen
kommen aus sehr armen Verhältnissen. Was diese Schule besonders macht: jedes
Kind erhält ein gesundes Mittagessen. Für manche ist es die einzige richtige Mahlzeit
des Tages!
Beeindruckend fanden wir auch, dass viele der heutigen Lehrpersonen und auch der
Rektor selbst einst hier zur Schule gingen. Ein Kreislauf, der Hoffnung macht!
Was uns beeindruckt hat, dass das Schulgelände sehr sauber und gepflegt war, im
Gegensatz zu manchen Orten in Kolumbien. Und ausserdem wunderbar bunt!
Wir besuchten auch den schuleigenen Wald und Hof. Dort werden Früchte, Gemüse
und Kräuter angebaut. Aktuell deckt der Eigenanbau rund 5 % des Bedarfs für die
Verpflegung der Kinder.Die drei Schweizer Gründer sind nach wie vor allgegenwärtig. Ihre Namen fallen
immer wieder, Geschichten werden erzählt, Erinnerungen geteilt. Sie haben praktisch
ihr ganzes Leben in dieses Projekt investiert. Das kann man nicht hoch genug
anrechnen. Wir waren ehrlich gesagt einfach sprachlos über so viel Engagement und
Herzblut!
Mit einer kleinen Spende im Gepäck sind wir angereist, im klaren Bewusstsein, dass
es am Ende nur ein Tropfen auf den heissen Stein ist. Trotzdem konnten damit rund
1000 Mittagessen für die Kinder finanziert werden.


Angie Lorena Diaz

Eine Frucht des Hoffnungsbaums

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Angie Lorena Diaz, Sportlehrerin und Mutter, hätte nie gedacht, dass sie je studieren würde – ihr Vater konnte es sich nicht leisten, und in El Carmen de Bolívar sind die Möglichkeiten begrenzt. Mit 17 Jahren schließt Angie die Schule ab und kämpft dafür, ihrer Mutter, die seit zehn Jahren schwere psychische Probleme hat, die notwendige Hilfe zu ermöglichen. Nach einem einmonatigen Klinikaufenthalt haben Angie und ihre Mutter kein Zuhause mehr. Angie nimmt einen Kredit auf, gerade genug, um die Miete zu bezahlen.

Als sie nicht weiß, wie sie ihre Mutter und sich ernähren soll, empfehlen ihr Bekannte, sich an Seño Emmi zu wenden. Angie hatte schon immer von der Schweizerin gehört, die Menschen in Not unterstützt. Emma Cecilia Arnold ermöglicht Angie und ihrer Mutter emotionale, psychologische und finanzielle Hilfe.

„Ich bin dankbar, meine Mutter heute in guter Gesundheit zu sehen.
Wer weiß, wo wir heute stünden ohne das Projekt Hoffnungsbaum.“

Dank der Unterstützung eines Spenders konnte Angie eine Ausbildung zur Sportlehrerin absolvieren. Heute unterrichtet sie an der IETEECA und baut nebenbei eine Inline-Skating-Schule für Kinder auf.

„Meine Hoffnung ist es, das Leben von Kindern
durch Sport zu verwandeln.“

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